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"Ich bekomme eine e-Mail: "Mahnung! Bitte überweisen
sie den fälligen Betrag unverzüglich, sonst sehen wir uns gezwungen...".
Das gibt´s doch nicht, ich hatte das doch erst neulich überwiesen.
Ich logge mich ein, um die Überweisung auf meinem Online-Banking-Konto
zu kontrollieren. Nichts zu finden. Ich rufe bei der Bank an und beim
Mahner, doch niemand kann mir helfen. Eine Überweisung ist ins Nirvana
gegangen, ohne dass dafür jemand verantwortlich zu sein scheint....
Der Alptraum eines Online-Banking-Users nennt sich Phishing. Wie so oft
hilft auch hier Aufklärung, um ihn weitgehend zu vermeiden."
Riskantes Schweigen: Der Pishing-Trend erreicht uns spät.
Die Phishing-Betrugversuche haben weltweit jüngst rapide zugenommen.
In Deutschland ist das Thema Phishing erst spät in die Schlagzeilen
gekommen, wird dafür aber nun umso relevanter. Das Risiko insbesondere
für den Bereich des Online-Banking ist deutlich: Der maximale Schaden
von Phishing für den Kunden kann pro gephishter TAN einmal die Höhe
des Online-Überweisungslimits betragen. Dazu kommen für die
Bank der Imageschaden und der Vertrauensverlust beim Kunden. Gegenwärtig
sind im Vergleich zum Kreditkartenmissbrauch die Schäden minimal.
Die Qualität und Professionalität der Phishing-Attacken steigt
allerdings.
Einfache Schutzmassnahmen werden längst ausgehebelt, z.B. wird die
URL von einem Script gefälscht, Umleitungen von Originalseiten finden
über Java-Skripte statt, oder das SSL-Symbol wird nur als Grafik
dargestellt.
Die Situation ist im Grunde leicht nachvollziehbar: Kein anderes Kommunikationsmedium
ist heute so günstig, flächendeckend und effizient wie die e-Mail.
Entsprechend groß sind die Angriffsflächen auf dem Internet,
und man ist wegen der konkurrenzlosen Vorzüge des Mediums auch gerne
geneigt, den einen oder anderen Nachteil zunächst zumindest zeitweise
in Kauf zu nehmen. Diese Haltung spiegelt sich im deutschen Diskurs um
Sicherheit und Pishing wieder: Solange keine größeren Schäden
eintreten, wird seitens des Marktes wenig Handlungsbedarf gesehen. In
Anbetracht der steigenden Risiken und vor allem der wachsenden öffentlichen
Aufmerksamkeit wird sich diese Haltung jedoch landsam ändern müssen.
Schutz mit klaren Empfehlungen
Hersteller, Anbieter und Kunden werden nun auch in Deutschland sensibilisiert,
sie können reagieren und werden schwerer zu überlisten sein.
Die existierenden Empfehlungen etwa der BDB-Broschüre "Sicherheit
im Online-Banking" sind effizient: User sollten diese Sicherheitsrichtlinien
umsetzen, Browser-Hersteller müssen die "Löcher" in
ihren Produkten stopfen, Banken müssen Gefahrenquellen auf ihren
Angeboten beseitigen und ihre Kunden umfassender als bisher aufklären.
Die Grundregeln für sichereres Online-Banking sind:
· Sorgfalt beim Umgang mit Passwörtern, PIN und TAN
· Überprüfung von URLs, SSL und Zertifikaten
· Regelmäßige Updates von Virenschutz, Betriebssystem
und Browser
· Richtige Konfiguration von Firewall und Browsereinstellungen
· In Anbetracht der jüngsten Attacken genügt von Seiten
der User teilweise schon die Abschaltung der Java-Skript-Funktion im Browser
vor Transaktionen, allerdings mit der Folge, dass viele Webseiten nicht
mehr angezeigt werden.
Handlungsbedarf für die Online-Banken
Insbesondere letzterer Aspekt bringt deutlichen Handlungsbedarf für
die Online-Banking-Anbieter mit sich: Die neue Studie der PASS Consulting
Group zum Thema "Online-Banking 2005" gibt an, dass ohne Java-Script
60 % der Transaktionsbereiche der in der Studie untersuchten Online-Banking-Angebote
nicht nutzbar waren. 12 % der Auftritte konnten gar nicht erst geöffnet
werden (Weitere Informationen zur PASS-Studie Online-Banking 2005 erhalten
Sie unter:
http://www.pass-consulting.com/internet/html_d/publikationen/studien.html)
Anstrengender Selbstschutz für User
Die Kunden haben auf jeden Fall die Möglichkeiten, sich besser zu
schützen. Thomas Reim, Analyst der Forschungs- und Entwicklungsabteilung
der PASS Consulting Group: "Viele scheuen den entsprechenden Aufwand.
Wenn jedoch alle Beteiligten reagieren, kann das Gefahrenpotenzial zukünftiger
Attacken durch Phishing, Identitätsklau durch andere Methoden oder
durch Schädlinge wie Viren, Trojaner oder Würmer wesentlich
minimiert werden."
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