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    Riskant im Trend:
Boom und Stolpersteine im Online-Shopping
   

 

   

Online-Shopping liegt voll im Trend. Nach Angaben des internationalen Beratungsunternehmens comScore sollen 2005 insgesamt 25% mehr Geld im Online-Shopping ausgegeben werden. Allerdings - so vermeldet die Computerwoche auf Basis einer Erhebung im Auftrag der Postbank - "klemmt die Kasse" bei vielen Web-Shops (CW 51-52/2004) in Deutschland, die potenzielle Kunden durch zu komplizierte Zahlungsverfahren irritieren.

Dennoch wird das Potenzial des Online-Shopping immer größer. Die Käufer nutzen insbesondere vor Festtagen verstärkt Suchmaschinen und vergleichende Shopping-Services. Noch deutlicher ereignisgetrieben als die Deutschen zeigen sich dabei die US-amerikanischen Konsumenten, wenn IDG konstatiert, dass eine überraschend hohe Zahl von ihnen vor großen Feiertagen sogar bei Spam-Angeboten zugreift. Auch eine Umfrage von Business Software Alliance und Council of Better Business Bureaus in den US zeigte, dass 22 % der Befragten bei Spam-Anbietern gekauft haben.

Ein großer Trend in den Staaten führt in Richtung neuer Versandvarianten, die den Händlern eine Menge Zeit und Geld sparen: Die Käufer bestellen dabei online und holen die Ware in einem lokalen Geschäft ab. Diese Variante ist nicht neu, hat sich aber 2004 in den USA flächendeckend etabliert und wird von den Kunden zunehmend in Anspruch genommen.

Einen starken Boom erlebt insbesondere das Online-Angebot für Reisen. Einer neuen America Online-Umfrage zufolge wollten 2004 zum ersten mal mit 53 % mehr Interessenten ihre Reisen online buchen als in der physischen Filiale eines Reisebüros. Obgleich das Reisebudget der Kunden im Vorjahresvergleich um 3,6 % gesunken ist, bieten sich dem Reisebusiness über den Online-Vertriebskanal mit seinen großen Kosten und Vertriebsvorteilen gute Perspektiven.

Eine weitere interessante Erkenntnis, diesmal aus einer Studie der MIT Sloan School of Management: Je länger die Interessenten bei ihrer aktuellen Suche online sind, desto weniger spielt der Preis eine Rolle. Dafür wächst die Markenansprache und der Ruf des Anbieters wird wichtiger.

Problematisch ist bei alledem nicht nur die Fülle unseriöser Angebote, sondern auch die Bereitschaft der Kaufwilligen, diesen zu folgen. Die Käufer achten zu wenig auf ihre Sicherheit und öffnen Identitätsklau und Betrug Tür und Tor. Böse Erfahrungen sind vorprogrammiert. Dieses Risiko betrifft auch zunehmend informierte Nutzer, da die unlauteren Methoden immer ausgefeilter sind. Tipps hiergegen bietet unter anderem http://www.consumerwebwatch.org. Die Aufklärung der Öffentlichkeit birgt natürlich auch das Risiko, Käufer fern zu halten.

Das zeigt sich in den Staaten insbesondere im Umfeld der populären Phishing-Diskussion: Immerhin 29 % der Beteiligten an einer Umfrage von MailFrontier Inc. gaben an, aufgrund dieser Risiken - Surfer werden durch offiziell anmutende Webseiten dazu gebracht, ihre persönlichen Zugangsdaten etwa für Online-Banking preis zu geben - gar nicht Online-Shoppen zu wollen. Die Sorge ist berechtigt, Vorsicht angebracht: Die Sicherheitsspezialisten von TRUSTe gehen davon aus, dass heute bereits sieben von zehn Internet-Usern von Phishing-Mails attackiert werden und von diesen sieben schon 15 % Phishing-Opfer sind.