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  VERSICHERUNG
     
    Die Stimmung ist leicht besser
   

Nicht wenige Inhaber einer Lebensversicherung wollen vorzeitig aus dem Vertrag aussteigen. Sie be-finden sich oftmals in einer wirtschaftlichen Zwangs-lage oder möchten ihr Geld zu besseren Konditionen anlegen. Dabei können die Lebensversicherungs-aussteiger einen höheren Preis erzielen als nur den Rückkaufwert, den sie mit der Versicherung verein-barten. Händler mit Lebensversicherungen bieten auch in Deutschland die Alternative zum Storno.

Warum sich Versicherte von ihrer Police während der Vertragslaufzeit trennen

Jahrzehntelang galten sie als Hort höchster Sicherheit - Kapitallebensversicherungen. 86 Millionen Policen mit einer durchschnittlichen Laufzeit von 30 Jahren sind derzeit abgeschlossen. Doch es gibt Gründe, weshalb nach einer Allensbach-Studie mehr als 60 Prozent aller Versicherten vor dem Ende der Laufzeit aus ihrer Lebens- und Rentenversicherungen aus-steigen. Sie möchten Schulden tilgen, sie brauchen Kapital für einen Geschäftsaufbau oder möchten ihre Hypothek vorzeitig ablösen. Aktueller Anlass kann Arbeitslosigkeit oder der vorzeitige Ruhestand sein. Derzeit einer der wichtigsten Gründe ist jedoch, dass Versicherte nicht mehr mit der Rendite ihrer Police zufrieden sind und ihr Geld zu besseren Konditionen anlegen möchten. In der Vergangenheit sorgten boomende Börsen für Gewinne der Versicherungen und bescherten den Versicherten hohe Über-schussbeteiligungen. Die Renditen lagen meist im zweistelligen Bereich. Aktuell garantieren deutsche Lebensversicherer ihren Versicherten einen Mindest-zins von 3,25 Prozent. Von den Aktienmärkten sind auch die Versicherungen abhängig. Wenn sie sich nicht schnell erholen, könnte es sein, dass manche Versicherungsunternehmen an den Rand der Existenz geraten.
Trotz aller schlechter Nachrichten und der Angst, Ver-sicherungsgesellschaften könnten ihre Verpflicht-ungen nicht mehr erfüllen, rät Peter Grieble, Experte für Versicherungen bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, nicht in Panik zu verfallen: "Durch überhastetes Kündigen können noch größere Verluste entstehen." Bei vorzeitiger Beendigung einer Kapital-versicherung verlieren Lebensversicherte meist tat-sächlich viel Geld. Kündigen sie, zahlen die Lebens-versicherer nämlich nur den so genannten "Rückkaufs-wert" aus. Viele Lebensversicherte bekommen da-durch bei einer Kündigung nicht einmal die Summe der eingezahlten Beiträge zurück.

 

Der Kaufpreis liegt deutlich über dem Rückkaufswert

Neue Hoffnung keimt für Lebensversicherungs-aussteiger auf: Der Handel mit der Altersabsicherung kommt hierzulande in Schwung. Das Marktpotenzial liegt in Deutschland bei rund 800 Millionen Euro, so recherchierten Experten der Mummert Consulting AG. Das Geschäft mit der Versicherungspolice sieht vor: Will der Inhaber einer Lebensversicherung vorzeitig aus dem Vertrag aussteigen, kann er diesen an einen Händler verkaufen. Ein solcher "Zweitmarkt für Kapital-lebens- und Rentenversicherungen" bietet neue Alternativen. Dabei erzielt der Verkäufer einen Preis, der den mit der Versicherung vereinbarten Rückkauf-wert übertrifft. So wird zum Beispiel ein durchschnitt-licher Preisaufschlag von vier Prozent angeboten. Manche Händler können sogar einen Kaufpreis anbieten, der bis zu 15 Prozent über dem Rückkaufs-wert bei Kündigung liegen kann. Dabei bezieht der Händler die Schlussgewinnanteile, die vom Ver-sicherer in Aussicht gestellt werden, mit in seine Kalkulation ein. Den Vorteil gibt er dann an seine Kunden weiter.

 

Gibt es eigentlich einen Haken?

Welche Voraussetzungen für einen solchen Handel notwendig sind, beschreibt beispielsweise die cash.life AG, ein Versicherungs-Handelsunternehmen. Der aktuelle Rückkaufswert muss mindestens 15.000 Euro betragen, die Restlaufzeit nicht länger als 15 Jahre dauern, die Police muss von einem deutschen Versicherungsunternehmen stammen und darf keine Fondspolice oder eine Direktversicherung sein.

Dann werden einige Formalitäten geklärt und über eine Vollmacht entsprechende Auskünfte zur Police bei dem derzeitigen Versicherungsunternehmen einge-holt. Ist schließlich der Verkauf abgeschlossen, kann der Verkäufer zusammen mit dem erzielten Gewinn noch ein weiteres Plus verbuchen. Der Fiskus erhält von ihm keinen Cent. Vater Staat geht nämlich leer aus, da Verkäufer bei einer Police, die noch keine 12 Jahre alt ist, keine Steuern auf die bis dahin aufge-laufenen Kapitalerträge zahlen. Die Steuerpflicht geht bei einem solchen Handel auf den Käufer über. Gibt es eigentlich einen Haken? Dieser Frage ging die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg nach. Ihre Antwort lautet: "Nichts zu beanstanden."

 

Wie auch der Käufer von diesem Handel profitiert

Auch der Käufer profitiert von diesem Handel. Der "innere Wert" der Police liegt über dem Kaufwert der Lebensversicherung. Damit sind die aufgelaufenen garantierten Boni zusammen mit den abgezinsten er-warteten Überschussbeteiligungen der Zukunft ge-meint. Wie profitabel das Geschäft sein kann, lässt sich an den Unternehmenszahlen der cash.life AG ablesen. Seit zwei Jahren ist die Münchner Gesell-schaft aktiv. 2001 hat sich der Umsatz auf 148 Millionen Euro mehr als verdreifacht (45 Millionen Euro 2000). Der Gewinn vor Steuern fiel mit sechs Millionen Euro höher als erwartet aus. In diesem Jahr soll der Umsatz auf 180 Millionen Euro steigen.