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MAGAZIN
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| TECHNOLOGIE | ||
| Open-Source-Software rückt stärker ins Blickfeld | ||
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Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung sucht die Stadt München
für ihre rund 10.000 Arbeitsplatz-PCs nach Alternativen zu den gängigen
Microsoft- Programmen. Eine in Auftrag gegebene Untersuchung soll den
Verantwortlichen im städtischen Amt für Informations- und Datenverarbeitung
darüber Klarheit bringen. Der aktuelle Anlass für die Suche
ist das angekündigte Support-Ende für Windows NT 4.0 und die
Lizenz-Regelungen bei den Nachfolgeprodukten der XP-Reihe. Bei der großen
Verbreitung der Microsoft-Produkte werden IT-Spezialisten wohl demnächst
häufiger mit den selben Überlegungen konfrontiert sein. Und
durch die Publizität unter anderem des Münchner Beispiels ergeben
sich wohl auch Geschäftsmöglichkeiten bei umsteigewilligen NT-Nutzern.
Wenn die Stadt München auf neue Microsoft-Produkte umsteigt, muss sie jährlich Lizenzgebühren für die Software bezahlen und auch alle Update-Zyklen mitmachen. Deshalb wird mit erheblichen Mehrkosten gerechnet. Außerdem gibt es auch Besorgnis wegen nicht durchschaubarer Informationsübertragungen bei der Online-Registrierung der Lizenzen. Das motiviert die Fachleute, sich im Bereich der Open-Source-Software nach brauchbaren Alternativen umzusehen. Auch der Bayerische Oberste Rechnungshof empfiehlt in seinem letzten Jahresbericht dieses Vorgehen. Deshalb dürften sich neben München auch andere Körperschaften und Behörden die selben Fragen stellen.
Ein Teil des Rechnernetzes des Deutschen Bundestages wird in Zukunft mit Open-Source-Software betrieben werden. Das teilte die Bundestagsverwaltung mit und beendete damit praktisch die "Alleinherrschaft" von Windows im Berliner Reichstag. Etwa 150 Server sollen in Zukunft unter Linux laufen, während an den Arbeitsplätzen vorerst noch weiter mit MS Office gearbeitet wird.
Einführende Broschüre für Interessierte Beim Bundeswirtschaftsministerium ist eine 60 Seiten dicke Broschüre mit dem Titel "Open-Source-Software, Ein Leitfaden für kleine und mittlere Unternehmen" zu bekommen. Auch im Internet steht sie zum Herunterladen im PDF-Format unter www.bmwi.de bereit. Darin werden viele Fragen zu Open-Source von der Entstehung des Begriffes bis zu aktuellen Entwicklungen in verständlicher Sprache beantwortet. Bereits laufende Anwendungsbeispiele aus der öffentlichen Verwaltung und der freien Wirtschaft werden beispielhaft dargestellt. Dazu kommen weitere Infoquellen, Adressen und Internet-Links. Diese Broschüre könnte auch IT-Spezialisten helfen, bei potentiellen Interessenten grundsätzliche Fragen zu klären und bestehende Möglichkeiten aufzuzeigen.
Das Fraunhofer-Institut für offene Kommunikationssysteme (FOKUS) betreibt seit einem Jahr das nationale Kompetenzzentrum BerliOS (www.berlios.de), das vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert wird. Es stellt Entwicklern und Anwendern von Open-Source-Software eine web-basierte OSS-Plattform zur Verfügung. Besonders kleine und mittelständische Unternehmen wie auch Einrichtungen der öffentlichen Verwaltung sollen dadurch Orientierungshilfen und Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt bekommen. |