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  TECHNOLOGIE
     
    Datenhotels: heute Flaute, morgen zehnfaches Wachstum
   

Derzeit zögern noch viele europäische Unternehmen, externen Dienstleistern wichtige Geschäftsdaten anzuvertrauen. Ab 2003 jedoch ist laut der Unternehmensberatung Frost & Sullivan im Europamarkt für Colocation Services mit einem Aufschwung um das Zehnfache zu rechnen.

 

 

Angebot, Marktwert und Kunden

Colocation-Dienste sind auch bekannt als Datencenter oder Datenhotels. Ihr Angebot reicht von der einfachen Vermietung von klimatisierten Hochsicherheitsräumen für Server bis hin zur umfassenden technischen Betreuung von Web-Servern. Für Fachkräfte eröffnet sich mittelfristig ein interessanter Markt. Besonders im High-end-Service sind Skills für Speicher-Management gesucht. Frost & Sullivan geht in einer aktuellen Analyse davon aus, dass der Marktwert auf das Zehnfache der momentanen Größe anwachsen wird. In 2000 wurde er noch auf 275 Millionen US-Dollar beziffert, in 2007 soll er bereits bei 2,6 Milliarden US-Dollar liegen.

Kunden sind beispielsweise Internet Service Provider (ISP), Application Service Provider (ASP) oder Unternehmen mit entsprechenden Rechnerkapazitäten. Durch moderne Infrastruktur, eine garantiert konstante Stromversorgung und umfassende Sicherheitseinrichtungen bieten sie ein Maß an Sicherheit und Verfügbarkeit, das im Unternehmen selbst mit vertretbaren Mitteln häufig nur schwer erreichbar ist.

 

Nur ein Drittel der angebotenen Fläche ist vermietet

Trotz der großen Euphorie, mit der die Colocation-Modelle begrüßt wurden, zögern viele europäische Unternehmen noch immer, externen Dienstleistern wichtige Geschäftsdaten anzuvertrauen. Nachdem die Liberalisierung der Telekom-Industrie zunächst zu massiven Investitionen geführt hatte, schnüren jetzt traditionelle und neue Anbieter sowie Service Provider und andere Investoren die Gürtel enger. Angesichts der zögerlichen Nachfrage aus diesem Bereich haben jetzt einige Datenzentren ihre Expansionspläne gekürzt. Von ca. 626.000 m² Fläche, die in Europa derzeit angeboten werden, ist nur ein Drittel vermietet. Erst ab 2003 soll die Belegungsquote, bei steigendem Angebot, die 50-Prozentmarke überschreiten (siehe Tabelle).
Allerdings fragen sich Marktkenner, ob die Größe Quadratmeter allein ein aussagekräftiger Vergleichsmaßstab bei der schnell steigenden Datendichte auf Festplatten sein kann.

Jahr Angebotene Fläche
(in qm)
Vermietete Fläche
(in %)
2000 589.600 29,1
2001 626.450 31,7
2002 636.350 40,1
2003 673.200 50,1
2004 710.050 63,4
2005 783.750 64,2
2006 847.550 67,7
2007 894.300 71,4
Quelle: Frost & Sullivan

 

Fachkräftemangel zwingt zum Outsourcing

Frost & Sullivan rechnet damit, dass das Outsourcing von Daten und Technik an Colocation-Spezialisten weiter an Popularität zulegen wird. Vor allem für kleine und mittlere Unternehmen wird es immer schwieriger, qualifizierte IT-Mitarbeiter zu akquirieren und zu halten. Auch die Budgets für interne IT-Dienstleistungen schrumpfen.

 

UMTS-Telefonnetzbetreiber bieten sich als Kunden an

Die größte Herausforderung für Colocation-Anbieter besteht momentan vor allem darin, das Konjunkturtief durchzustehen. Die dynamische Ausbreitung von Datenzentren in ganz Europa zwischen 1999 und 2000 war nur unter erheblichen Investitionen möglich, die voraussichtlich nicht vor Mitte 2002 erste Früchte tragen werden. Nun gilt es, kommentiert die Unternehmensberatung, den Überfluss an Datenzentren durch schnelle Gewinne zu kompensieren. Impulse gibt es genug: Die Einführung von UMTS-Diensten versetzt die Colocation-Center in die Lage, ihre bereits etablierte Infrastruktur optimal zu nutzen. Gerade die UMTS-Netzbetreiber sind eine ideale Zielgruppe. Sie werden wegen der hohen Investitionen für die UMTS-Lizenzen jede Einsparmöglichkeit nutzen müssen. Faktoren wie die zunehmende Marktkonsolidierung und der Aufbau strategischer Partnerschaften, mit denen die Marktteilnehmer ihr technisches Know-how und ihre finanzielle Basis erweitern wollen, unterstützen zudem ein schnelles Wachstum der Colocation-Branche.

 

Kriterien für erfolgreiche Anbieter

Die Studie von Frost & Sullivan lässt auch Kriterien für künftig erfolgreiche Marktteilnehmer erkennen. Am ehesten können sich jene Wettbewerber durchsetzen, die skalierbare Systeme anbieten und deren Marken und Angebote sich deutlich von der Konkurrenz unterscheiden. Führende Unternehmen im europäischen Markt sind Exodus, Telecity, City Reach International, Redbus Interhouse, Interxion, Colt Telecom und Level 3.