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  WIRTSCHAFT - E-BUSINESS
     
    Freiberufler als Partner im "Netzwerk Elektronischer Geschäftsverkehr"
   

Für Freiberufler ist das "Netzwerk Elektronischer Geschäftsverkehr" eine interessante Adresse (www.bmwi-netzwerk-ec.de). Die Fördermaßnahme des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) bietet IT-Experten Projektmöglichkeiten. Sie können kleine und mittlere Unternehmen sowie Handwerksbetriebe beim Einstieg in die Nutzung des Internets unterstützen.

 

Bedarf an Information und Beratung

"Der Informationsbedarf an Beratung aus dem Mittelstand ist vorhanden", meint Dr. Hans-Joachim Werner vom Fraunhofer Gesellschaft e.V., Projektträger Fachinformation FhG-PTF. Kleine und mittelständische Betriebe (KMU) liegen nämlich auf dem "E-Commerce-Evaluationspfad" deutlich hinter großen Unternehmen zurück. Es besteht für diese Zielgruppe noch für Jahre Bedarf an neutraler Information und Beratung. Dies belegt eine Untersuchung der Prognos AG vom vergangenen Jahr im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie. Von den KMU wird insgesamt ein breit gefächertes Spektrum an Informations- und Beratungsthemen benötigt. Viele Unternehmen - zwischen 70 Prozent und 80 Prozent - benötigen allgemeine Informationen zu E-Commerce. Aber auch andere Informations- und Beratungsthemen sind für viele KMU wichtig: Technik bis 80 Prozent, Nutzen von E-Commerce-Lösungen in Verkauf oder zur Beschaffung zwischen 60 Prozent und 80 Prozent sowie insbesondere auch das Thema "Branchenlösungen" (65 Prozent bis 80 Prozent). Teilweise gibt es auch Bedarf bei der Entwicklung unternehmensspezifischer Konzepte und für Spezialthemen.

Daher wird nach Meinung von Dr. Hans-Joachim Werner diese Maßnahme weiter vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie unterstützt. Fachliche Schwerpunkte sind dabei voraussichtlich die Nutzung von Internet und Telekommunikation in kleinen und mittleren Unternehmen. Zu erwarten sei künftig allerdings eine stärkere Selbstorganisation der Kompetenzzentren. Gerade dabei könnten auch externe IT-Dienstleister eine Rolle spielen.

 

Kompetenzzentren für den elektronischen Geschäftsverkehr

Fachliche Unterstützung ist auch von Seiten der Kompetenzzentren selbst gewünscht. Externe IT-Dienstleister können die Zentrumsleitung ansprechen und eine gemeinsame Planung über Aktivitäten wie Veranstaltungen oder Beratungsleistungen erstellen. Besonders interessant ist dabei die Markterschließung für neue Anwenderkreise.

Die Kompetenzzentren besitzen in den Regionen dazu gewerbliche Partner aus der Beratungs- und Softwarebranche. In den 24 regionalen Einrichtungen für den elektronischen Geschäftsverkehr haben auch IT-Freiberufler die Möglichkeit, durch Beratungs- und Informationsangebote oder in Seminar- und Veranstaltungsreihen aktiv zu werden. Das Leistungsangebot des Kompetenzzentrums reicht von der Einstiegsberatung über die Nutzung des Internet und anderer Netze für geschäftliche Zwecke bis zur Durchführung hersteller- und anbieterneutraler Workshops, Seminare und Schulungen. Dabei kommen sie auch in Kontakt mit anderen Kompetenzzentren im Bereich E-Business und deren Projektarbeit. Es handelt sich um externe Netzwerk-Partner, die nicht vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) gefördert werden.

 

Modellprojekt "E-Commerce-Standards und -Systemlösungen"

Zwei Modellprojekte aus einer ganzen Reihe von erfolgreich umgesetzten Aktivitäten können den Bedarf an IT-Know-how verdeutlichen. Das Projekt "E-Commerce-Standards und -Systemlösungen für zwischenbetriebliche Geschäftstransaktionen in mittelständischen Unternehmen" hat die vielfältigen laufenden nationalen und internationalen Standardisierungsbestrebungen als Hintergrund. Es gilt, diese im Sinne kleiner und mittlerer Unternehmen zu beobachten, mit zu gestalten und nutzbar zu machen. Ziel des Projektes ist es, die Potenziale von E-Commerce und E-Procurement für mittelständische Lieferanten und Hersteller im Zusammenspiel mit der Großindustrie (B2B-Bereich) zu erschließen.

Unter Federführung des Fraunhofer Instituts für Arbeitsmarkt und Organisation IAO in Stuttgart werden in der Projektarbeit drei Ziele verfolgt: Evaluation, Entwicklung, Schaffung und Etablierung von Standards für E-Commerce, weiterhin die Schaffung von Referenzmodellen für Geschäftsprozesse im B2B-Bereich auf Internet-Basis, schließlich technische und organisatorische Grundlagen für virtuelle Verbünde mittelständischer Lieferanten zu schaffen. Darüber hinaus soll ein kontinuierlicher Transfer der Projektergebnisse in den Mittelstand gewährleistet werden.

Zu den bisherigen Aktivitäten zählen Projektplanungs-Meetings aller Partner sowie eine Workshop-Reihe, um Anforderungen der mittelständischen Unternehmen an zwischenbetrieblichen E-Commerce zu erheben. Im Blick stehen dabei Standards, Prozesse und Verfahren. Die Projektlaufzeit reicht bis Frühjahr 2003.

Ansprechpartner finden sich beim Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation, außerdem Verbänden und Wirtschaftseinrichtungen wie bei dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln Consulting GmbH (IW Consult), Köln, und dem Bundesverband Material, Einkauf und Logistik e.V. (BME), Frankfurt am Main.

Über Projektaktivitäten informieren mittelständische Technologiepartner wie

  • e-prosolutions GmbH, Stuttgart,
  • CaContent GmbH, Mainz,
  • ASL Auto Service-Leasing GmbH, Pullach,
  • Cooper Tools GmbH, Besigheim,
  • eltring-elgron GmbH & Co. KG, Nürnberg,
  • Festo AG, Esslingen,
  • Reyher Nchf. GmbH & Co. KG, Hamburg,
  • Sartorius AG, Göttingen,
  • D. Schluricht GmbH & Co. KG, Bremen,
  • Kurt Siemer Werkzeuge-Maschinen GmbH & Co. KG, Hamburg, und
  • Weppert GmbH, Schweinfurt.

 

Modellprojekt "Supply Chain Optimierung"

Das Projekt "Supply Chain Optimierung Branche(n) Papier/Verpackung/Druck" unterstützt kleine und mittlere Kundenunternehmen der Verpackungsbranche. Sie verfügen meist nicht über Verpackungsspezialisten. Demgegenüber werden der Packmittelmarkt und die Anforderungen, die an die Verpackung gestellt werden, zunehmend komplexer. Dadurch wird es für die Firmen schwieriger, sich zu orientieren. Zudem umfasst die Beschreibung der Packmittel und der Anforderungen an die Verpackung viele Parameter, deren Terminologie und Einfluss äußerst vielschichtig sind. Das alles erschwert die Auswahl, Spezifikation, Auftragsabwicklung und das Auftragsmanagement.

Hier will das Verbundvorhaben Orientierung über Markt und Methoden schaffen. Es besteht aus zwei Teilen. Teilprojekt 1 hat zum Ziel, die Voraussetzungen zu schaffen, den richtigen Anbieter für geeignete Packstoffe und Packmittel zu finden. In Abstimmung mit der Industrie und mit den Verbänden wird eine Datenbank für Packstoffe und Packmittel aufgebaut. Weiterhin wird ein Modul entwickelt, das es Anbietern von standardisierten Packmitteln erlaubt, zusätzlich zu einer Produktpräsentation in der Datenbank auch konkrete Angebote wie Restmengen und Lagerware darzustellen, die von Kunden direkt abgerufen werden können.

In Teilprojekt 2 wird ein Branchenstandard für den Austausch von Spezifikationsmerkmalen inklusive Zeichnungen, Aufmachungen, Bildschirm- und Druckmasken sowie Workflow-Daten für die Verpackungsindustrie entwickelt. Die Software soll auf allgemein akzeptierten Standards basieren. Ergänzt wird dies um Koordinationsfunktionen zur Schaffung neuartiger Logistikzentren in der Verpackungsbranche.

Bisherige Aktivitäten in Teilprojekt 1 umfassen Umfragen zur Datenerhebung und Auswertung der gewonnenen Daten. In Teilprojekt 2 erfolgten Kontaktaufnahmen zu den Kooperationspartnern und Abstimmungsgespräche. Als Projektaufgaben definiert wurden in Teilprojekt 1 Anforderungskataloge als Basis für Pflichtenhefte, die erste Fassung einer abgestimmten Merkmalsliste sowie die Erstellung der ersten Fassung der Datenstrukturen und Systementwürfe. Dazu werden Testmodule und ein Prototyp Produktfinder online mit grundlegenden Suchfunktionen entwickelt.

In Teilprojekt 2 steht die Entwicklung von Internet-Beispielprogrammen und Datenformaten im Mittelpunkt.Dazu zählen die Entwicklung des Thin Clients, die Realisierung der Mandantenfähigkeit in ARPASS 4.0, schließlich die Entwicklung eines Entsorgungskostenrechners und von Testmodulen als Diskussionsgrundlage für die Weiterarbeit. Die Projektlaufzeit reicht bis Mitte 2003.

Ansprechpartner für Teilprojekt 1 ist die Forschungsgemeinschaft Verpackungs- und Lebensmitteltechnik e.V. München, für Teilprojekt 2 die Heynmöller GmbH sowie das FhG Anwenderzentrum für Verarbeitungsmaschinen und Verpackungstechnik (AVV).

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