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Zügig umsetzen will die Bundesregierung ihr E-Government-Programm
"Bund-Online-2005". Dessen Ziel ist es, bis 2005 alle Internet-fähigen
Dienstleistungen der Bundesverwaltung online bereitzustellen, um gemeinsame
ressortübergreifende Maßnahmen umzusetzen, Zeit zu sparen und
die Kosten in einem vertretbaren Rahmen zu halten. Als jüngste Errungenschaft
ermöglicht ein Virtueller Marktplatz den Behörden, Waren und
Dienstleistungen direkt per Mausklick abzurufen. Dabei erscheint es besonders
ergiebig, die Beschaffungspolitik künftig durch Datenverarbeitung
ermitteln zu lassen.
Virtueller Marktplatz freigeschaltet
Vor allem durch die Anpassung der verwaltungsverfahrensrechtlichen Vorschriften
des Bundes erhält die "eGovernment-Initiative" einen weiteren
Schub. Mit "BundOnline 2005" hat sich die Regierung verpflichtet,
insgesamt 376 Internet-fähige Dienstleistungen der Bundesverwaltung
bis zum Jahr 2005 online bereitzustellen. Der Bund will in seine eGovernment-Initiative
in den nächsten Jahren 1,65 Milliarden Euro investieren. Dieser Aufwand
soll sich rentieren: Mittelfristig sei ein Einsparpotenzial von rund 400
Millionen Euro jährlich durch vereinfachte Abläufe in der Verwaltung
zu realisieren.
In diesem Rahmen wurde kürzlich ein "Virtueller Marktplatz"
freigeschaltet. Damit startet die Bundesverwaltung in die elektronische
Beschaffung. Jährlich vergibt die gesamte öffentliche Verwaltung
in Deutschland Aufträge im Wert von rund 250 Milliarden Euro. "Online-Prozesse
machen die öffentliche Beschaffung für die Behörden einfacher,
für die Unternehmen transparenter und schneller sowie für den
Steuerzahler billiger", so Staatssekretärin Brigitte Zypries.
Der Virtuelle Marktplatz ermögliche es den Behörden, Waren und
Dienstleistungen direkt per Mausklick aus zuvor geschlossenen Rahmenverträgen
abzurufen. Dieses schnelle und unkomplizierte Verfahren erspart aufwändige
Ausschreibungen, die bisher für jeden einzelnen Beschaffungsvorgang
notwendig sind. Der Virtuelle Marktplatz ist Teil des Projektes "Öffentlicher
Eink@uf Online", das den gesamten Beschaffungsvorgang von der ersten
Bedarfsmeldung bis hin zur Auslieferung der Waren online abwickeln wird.
Tonnen schwarzer Schuhcreme
Das elektronische Beschaffungsverfahren kann von allen Ressorts genutzt
werden. So haben der Bundesinnenminister Otto Schily und Bundesverteidigungsminister
Rudolf Scharping bereits im Mai letzten Jahres vereinbart, das elektronische
Beschaffungsverfahren auch bei der Bundeswehr einzusetzen. Wie notwendig
hier "E-Transparenz" manchmal ist - und zu erheblichen Einsparungen
führen kann -, zeigt ein Ergebnis, das der Rechnungsprüfungsausschuss
im März 2002 veröffentlichte. Darin wird das Bundesverteidigungsministerium
aufgefordert, die Vorratshaltung an handelsüblichen und schnell beschaffbaren
Artikeln der Bekleidung und Ausrüstung "grundsätzlich"
zu überprüfen. Grundlage dieses Auftrags war ein Bericht des
Bundesrechnungshofes (BRH), nach dem das Wehrbereichsbekleidungsamt im
Wehrbereich III 98 Tonnen schwarze Schuhcreme bevorratete. Diese Menge
entsprach einem Sechsjahresbedarf an schwarzer Schuhcreme für jeden
Soldaten dieses Wehrbereichs, so der BRH. Nicht genug: Die Beschaffung
weiterer Schuhcreme war vorgesehen und konnte erst durch einen Hinweis
des Prüfungsamtes verhindert werden.
Bei den Zubehörartikeln für Schuhe wurden laut BRH Vorräte
festgestellt, die schon seit mindestens zehn Jahren bestanden. Überstände
an Sohlen mit einem Wert von 80.000 Mark mussten ausgesondert werden,
weil die entsprechenden Schuhe nur noch selten getragen wurden. Deshalb
sei die Vorratshaltung entsprechender Artikel bundeswehrweit dringend
zu prüfen. Laut Berechnungen des BRH könnten mehrere Millionen
Euro jährlich gespart werden.
Raum für Verbesserungen
Room for Improvement bei Konzepten Verwaltungsmodernisierung zeigt auch
die jüngste Studie der Bertelsmann Stiftung "Balanced E-Government".
Bei den zwölf untersuchten Projekten fanden sich Beispiele für
effizientes E-Government - unter anderem in den USA, Kanada, Schweden,
Estland und Deutschland. Doch befinden sich etwa Angebote zur Einsicht
in die Verwaltungsabläufe und zur aktiven Bürgerbeteiligung
fast überall noch im Experimentierstadium. Selbst die Klassenbesten
bleiben in der Studie mit 60 Prozent der erreichbaren Punkte hinter ihren
Möglichkeiten zurück.
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