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Neue Medien haben nur mit sinnvollen Inhalten eine Chance. Sie speichern,
transportieren und verflechten unterschiedlichste Informationen. Content
wird schon lange nicht mehr nur als Buch, Zeitung oder Kinokarte verkauft.
Vielmehr ist Content Ware und Marketing-Instrument in elektronischen Transaktionen
mit immer personalisierterem Zuschnitt geworden. Damit präsentiert
sich der Markt ebenso neu wie komplex. Er umfasst alte und neue Industrien,
Content-Produktion, Verwendung und Distribution. In allen Bereichen der
Content-Wirtschaft sind neue Fähigkeiten gefragt.
Akzeptanz des World Wide Web als Kommunikationsmedium
Der wesentliche Wachstumsfaktor ist in der zunehmenden Akzeptanz des
World Wide Web als Kommunikationsmedium zu sehen. Die wachsende Bedeutung
digitaler Übertragungstechniken sowie die zunehmende Konvergenz der
Medien führen dabei zu einer verstärkten Nachfrage nach Inhalten.
Damit bieten sich neue Chancen für Contentproduzenten und -verwerter.
Verwertungswege und -methoden ändern sich angesichts der Vervielfältigung
der Kanäle drastisch. Dies äußert sich in einer stärkeren
Diversifizierung der Verwertungsmethoden, einer verkürzten kommerziellen
Lebensdauer von Produkten und nicht zuletzt in einer zunehmenden Internationalisierung
der Märkte. Die technischen Kapazitäten der digitalen Contentverwertung
ermöglichen bereits heute die zeitversetzte oder Live-Übertragung
von Sendungen, Konzerten und Nachrichten im Internet.
Content Commerce verlangt neue Skills
Die grundlegenden Funktionalitäten Content, Commerce und Community
für den Aufbau von Marktplätzen und dynamischen Web-Auftritten
verlangen neue Skills. Fachkräfte sind beispielsweise nötig
für die Programmierung von Prozeduren für Datenimport und Datenpflege
in Datenbanken. Zum Profil gehören Kenntnisse über Web-Tools
und Programmiersprachen sowie Fähigkeiten zur Anbindung bestehender
Datenbanken und Warenwirtschaftssysteme. Weitere Stichworte aus diesem
Umfeld lauten: Integration neuer oder bereits vorhandener Webseiten, Cross-Selling,
Artikelkonfiguration, dynamische Navigation, Stealthfunktion oder Powershopping.
Mass Customization: personalisierte Inhalte selbst herstellen
Die "Konkurrenten" der traditionellen Medienunternehmen sind
zum einen etablierte Unternehmen aus den angrenzenden Industrien Telekommunikation,
Software und Unterhaltungselektronik, zum anderen junge Unternehmen, die
mit neuen Geschäftsmodellen, wie Portalen und Online-Shops in die
Märkte drängen. Dabei verfügen Internetunternehmen mittlerweile
über genügend finanzielle Mittel, um sich in der Wertschöpfungskette
entsprechend zu platzieren. Die vollzogene Fusion zwischen dem Internetmulti
AOL und dem Medienriesen Time/Warner liefert hier ein prägnantes
Beispiel.
Die jüngste Entwicklung hat gezeigt, dass ein Erfolgsfaktor des
Content Commerce in der Möglichkeit liegt, individuelle und aktuelle
Inhalte und Informationen über digitale Medien schnell und zuverlässig
zu distribuieren. Dieses zeitnahe und individualisierte Informationsbedürfnis
können traditionelle Offline-Medien nur begrenzt erfüllen. Das
Internet ist daher das erste Massenmedium, das Mass Customization erlaubt,
also das Herstellen von personalisierten Inhalten für viele Kunden.
Zugleich erlebt der Markt rasante Fortschritte im Hinblick auf die technologische
Entwicklung der Übertragungsgeschwindigkeiten. Dazu zählen Hochgeschwindigkeitszugänge
über DSL- und Fernsehkabel-Netze. Sie erlauben neben der Verbreitung
vorwiegend textbasierter Informationsangebote auch die Übertragung
breitbandiger Rich-Media-Angebote wie Streaming-Audio und -Video.
Der Content Commerce kann als neue Strategie begriffen werden, um das
Internet zu einem lukrativen Distributionskanal zu entwickeln. Medienunternehmen
sind daher gezwungen, ihre etablierte Wertschöpfungskette um geeignete
Multi-Content-/Multi-Plattform-Strategien zu erweitern.
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