|
MAGAZIN
|
||
| WIRTSCHAFT - ALLGEMEIN | ||
| E-Learning kündigt Projektaktivitäten an | ||
|
Unternehmen verfehlen häufig die gesteckten Lernziele - und das
trotz hoher Aufwendungen für die Schulung. E-Learning kann Kosten
sowie Zeit sparen helfen. Mittelständler wie Konzerne entdecken die
alternative Lernform und setzen zunehmend Projekte auf.
Infrastrukturen und Werkzeuge entwickeln Die moderne Informations- und Kommunikationstechnologie ermöglicht den Einsatz neuer Medien für unterschiedlichste Lehr- und Lernformen in Wirtschaft, Wissenschaft und Schule. E-Learning wird dabei sowohl in der Aus- als auch in der Weiterbildung eine zentrale Stellung einnehmen. Daher hat die "Gesellschaft für Informatik e.V." (GI) eine Fachgruppe "E-Learning" eingerichtet, die die bisherigen Aktivitäten in diesem Zukunftsgebiet zusammenfassen und verstärken soll. Die neue GI-Fachgruppe E-Learning hat sich erste Ziele gesetzt, wie Plattformen für den Informationsaustausch bereitzustellen, Fachtagungen und Workshops zu veranstalten sowie Interdisziplinarität zu fördern. Die Entwicklung neuer Lehr- und Lernsysteme kündigt sich als Projektaufgabe für IT-Spezialisten an. "E-Learning ist ein Querschnittsbereich, für den die Informatik die Inf-rastrukturen und Werkzeuge entwickelt", sagt Prof. Dr. Dr. h.c. Heinrich C. Mayr, Prä-sident der Gesellschaft für Informatik. Insbesondere in einer Zeit, in der Aus- und Wei-terbildung sowohl für den Einzelnen wie auch für die Unternehmen insgesamt immer wichtiger werden, biete E-Learning eine hervorragende Möglichkeit, sich unabhängig von Zeit und Ort weiterzuqualifizieren, betont Mayr.
Marktsegment mit dreifachen Wachstumsraten So erwarten Marktforschungsinstitute eine verstärkte Nachfrage
nach Learning-Management-Systemen. Projekte etablieren sich in den Unternehmen,
um zu Collaboration Suites oder auch Knowledge Communities heranzuwachsen.
Dabei werden später Unternehmenspartner einbezogen. Der geschätzte
Umsatzanteil von Technologie-basiertem Training am weltweiten Aus- und
Weiterbildungsmarkt für Unternehmen beträgt laut Marktforschern
derzeit 60 Prozent. Bis zum Jahr 2004 soll dieses Markt-segment auf das
Dreifache anwachsen, lautet die Prognose. Für Unternehmen wie IT-Spezialisten
gilt, bereits heute strategische, organisatorische und technische Qualifikati-onen
für die E-Learning- und Collaboration-Aktivitäten zu erwerben. Lehr/Lern-Szenarien auf Basis von Multimedia-Konzepten Schon seit drei Jahren hat das Bundesministerium für Bildung und
Forschung dazu aufgerufen, auf Basis von Multimedia-Konzepten "Lehr-
und Lern-Szenarien" zu entwickeln und umzusetzen. Auch hier lassen
sich Projektorientierung sowie Skill-Anforderungen erkennen. Kernpunkte
sind Entwicklung, Erprobung und Einführung innovativer und integrativer
Mobile-Learning-Gesamtkonzeptionen. Im Markt gefragt wird sein, wer Lernarrangements,
die sich speziell auf den Einsatz mobiler Rechner ausrichten, zum Durchbruch
verhilft. Denn Studierende ebenso wie Mitarbeiter in Un-ternehmen sollen
durch elektronische und multimediale Informationen "unverzichtbare
Schlüsselqualifikationen in IT- und Medienkompetenz für die
sich wandelnden Arbeitsmärkte der modernen Wissensgesellschaft erwerben".
Flexible Blended-Learning-Lösungen Flexible Kombinationen aus Präsenzschulungen und E-Learning stellen so genannte "Blended-Learning"-Lösungen dar. Sie sollen dem jeweiligen Trainingsbedarf im Unternehmen entsprechen und Schulungsteilnehmer auf den gleichen Wissensstand bringen. Damit können Präsenztrainings effizienter und in kürzerer Zeit durchgeführt werden. Das Präsenzseminar ermöglicht eine individuelle Betreuung der Teilnehmer und maximale Flexibilität bei der Gestaltung der Lerninhalte. Gleichzeitig nehmen die Trainer den Mitarbeitern mögliche Vorbehalte gegenüber einer neuen Lern-Software und steigern deren Akzeptanz. Nachbereitende E-Learning-Angebote vertiefen die Kenntnisse und helfen den Teilnehmern, das Gelernte aktiv in ihren Arbeitsalltag zu integrieren. Der Präsenztrainer betreut als Online-Tutor die Mitarbeiter zeit- und ortsunabhängig. "Die Unternehmen wissen, dass sie mehr Weiterbildung brauchen, die Abwesenheitszeiten der Mitarbeiter dürfen aber nicht noch weiter steigen. E-Learning als ergänzendes Element ist eine wichtige Antwort. Unternehmen und Mitarbeiter sind aber oft unsicher hinsichtlich der Qualität. Hierauf reagieren wir mit der "IHK.Online-Akademie", bei der Qualität, aktuelles Angebot und optimale Verknüpfung mit den IHK-Leistungen besonders wichtig sind. Bei dem Internet-Angebot der IHKs wollen wir auch mit geeigneten Partnern kooperieren", beschreibt Martina Kurz, Projektleiterin beim Deutschen Indust-rie- und Handelskammertag (DIHK), die Ziele eines E-Learning-Projektes. Die Industrie- und Handelskammern in Deutschland wollen in Zukunft die Bedürfnisse der Wirt-schaft an weniger zeitintensiven, gleichzeitig aber qualitativ hochwertigen Online-Weiterbildungsangebote erfüllen und dazu einen IHK-eigenen, bundesweiten E-Learning-Marktplatz besonders für Mittelständler unter der Marke "IHK.Online-Akademie" aufbauen.
Mittlere Unternehmen entdecken E-Learning Zunehmende Konkurrenz und steigender Kostendruck wird auch bei kleinen
und mittleren Unternehmen dazu führen, E-Learning als kostengünstige
Alternative zur konventionellen Weiterbildung der Mitarbeiter einzusetzen.
Oft scheitert die Einführung des E-Learning jedoch an den hohen Kosten
für die Produkte großer Softwarehäuser. Hier kann der
Einsatz von Freiberuflern als Berater sowie Technik-Experten lohnend sein.
Weiterbildungsangebot für die 7.000 Führungskräfte Große Unternehmen setzen bereits vielfach auf die Weiterbildung
via Internet, Online-Lernen und E-Learning in Ergänzung zu präsenzbasierten
Weiterbildungsangeboten. Ein Beispiel dafür liefert ein Projekt der
DaimlerChrysler Corporate University mit ihren Standorten Stuttgart und
Auburn Hills. Sie bietet ein Weiterbildungsangebot für die 7.000
Führungskräfte des DaimlerChrysler-Konzerns an. Dieses Bildungsangebot
besteht zunächst aus Präsenzveranstaltungen, die in Kooperation
mit Business Schools wie IMD, Harvard oder INSEAD durchgeführt werden.
Die Themen dieser Veranstaltungen sind im Wesentlichen an den strategischen
Themen des Konzerns ausgerichtet. Um die vorhandenen Ressourcen für
den Bildungsauftrag effizienter zu nutzen, galt es, Synergieeffekte über
die präsenzbasierten Veranstaltungen hinaus zu schaffen. Die Lösung
für eine nachhaltige Strategie zum "Management des Lernens"
bestand im Aufbau der DaimlerChrysler Corporate University Online, kurz
DCU-Online. Dabei benötigt die global verteilt arbeitende DCU ein
zentrales Steuerungsinstrument, das die notwendigen Reiseaktivitäten
reduziert. |