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  WIRTSCHAFT - ALLGEMEIN
     
   

Projekttrends im Gesundheitsmarkt

   

Trotz wirtschaftlichem Abschwung und ausgesetzter Projekte lassen sich Marktbereiche mit Projekt-perspektiven entdecken. Dazu gehört der Gesundheits-sektor. Trends gehen dort etwa in Richtung für Knowledge Management, E-Commerce oder auch optische Archivierung.

Nischen mit Projektchancen

Auch Inserate in Tageszeitungen können IT-Freiberuflern interessante Projektorientierung geben. Hier werden Trends und Nachfrageverhalten sichtbar, die auch für Skills in Projekten maßgeblich sein können. Während erste Zeichen für einen Konjunkturaufschwung zu beobachten waren, zeigte sich am Arbeitsmarkt jedoch keine Wirkung. Dieses Ergebnis aus einer Anzeigenanalyse meldet das Zeitarbeitsunternehmen Adecco Personaldientleistungen. So nahm im Januar und Februar die Zahl der Jobofferten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bundesweit um 43 Prozent ab. Für IT-Fachleute wurden sogar 68 Prozent weniger Inserate in den untersuchten 40 Tageszeitungen veröffentlicht, schreibt der Personaldiensteister.

Allerdings gibt es noch Branchen mit Projektchancen. Dazu zählt die Pharma-Industrie. Sie senkte ihr Nachfragevolumen um nur wenige Prozent im Vergleich zum Gesamtjahr 2000.
Trotz der Sparmaßnahmen im Arzneimittelsektor rechnet die deutsche Pharmaindustrie auch 2002 mit wachsenden Umsätzen und Renditen. Allerdings sind die Erwartungen gedämpft. Das zeigt die "Prognose 2002" des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) in Berlin. Dennoch wollen die Arzneimittelhersteller ihre Stellung als zukunftsorientierte Hightech-Branche am Wirtschaftsstandort Deutschland ausbauen. Dem Verband gehören 44 Pharmakonzerne an. Sie erwirtschaften zwei Drittel des Umsatzes, mehr als 80 Prozent des Exports und 80.000 der insgesamt 113.000 Beschäftigten der Pharmabranche. Über die Hälfte der Mitgliedsunternehmen rechnet mit einer Zunahme des Exportgeschäftes. Bis August 2001 sei die Ausfuhr gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 23 Prozent auf rund 12,8 Milliarden Euro gestiegen

 

Erweiterung des Logistikzentrums

Wie sich die Pharmakonzerne auf das internationale Export-Business durch Einsatz von moderner Techniken vorbereiten, zeigt etwa die Roche Diagnostics GmbH in Mannheim-Waldhof. Sie startete im März 2002 eine Erweiterung des Logistikzentrums. Das geplante Umsatzwachstum des Geschäftsbereichs Diagnostika zum Jahr 2005 erfordert neben der Steigerung der Produktion eine Ausweitung der Logistik. Mannheim ist für Roche die Drehscheibe des Diagnostika-Geschäfts. Von hier aus versorgt die zentrale Logistik die Kunden mit diagnostischen Produkten. Roche-Niederlassungen in 170 Ländern sowie Kunden in Deutschland und Europa werden direkt mit Reagenzien, Instrumenten und Ersatzteilen von Mannheim aus beliefert. Derzeit sind rund 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Logistik beschäftigt. Mit dem Ausbau des Logistikzentrums auch durch moderne IT-Systeme auf eine Gesamtfläche von rund 40.000 Quadratmeter schafft Roche Diagnostics auch rund 130 neue Arbeitsplätze für Logistik und Produktion. Auf der aktuellen Suchliste stehen Information Manager, Consultants für Informatik, SAP-Spezialisten sowie UNIX-Systemengineers und Systemingenieure für Softwareabteilungen.

 

Das Projekt "KnowledgeMail"

Knowledge Management unterstützt bereits viele Unternehmen aus Industrie und Dienstleistung. Um Expertenwissen leichter zugänglich zu machen, hat kürzlich auch der Pharmakonzern Aventis in der Forschung und Entwicklung das Projekt "KnowledgeMail" gestartet. Die Intranetsoftware soll weltweit 5.000 Forscher an den vier Entwicklungsstandorten des Unternehmens verbinden und den schnellen Wissensaustausch ermöglichen. Als Vorteile des KnowledgeMail-Systems beschreibt Aventis:. Die automatische Erstellung von Profilen spare Kosten und Zeit. Aufwändige Umfragen oder Interviews zur Erfassung der Mitarbeiter-Expertise seien nicht erforderlich. Bei "KnowledgeMail" entstehe trotz kontinuierlicher Anpassung des Profils kein Mehraufwand für die Mitarbeiter. Da das System nicht auf einem fest definierten Schlagwortkatalog basiere, würden alle relevanten Begriffe "verschlagwortet". Dadurch bleibe es flexibel, um sich dem schnellen Wandel der Forschungssprache unmittelbar anpassen zu können. So müsse nicht erst ein Schlagwortverzeichnis ergänzt werden, um neue Forschungsbereiche aufnehmen zu können. "Der einfache Zugang zu benötigtem Wissen, das irgendwo im Konzern bereits existiert, hat sich in der Pharmaindustrie zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor entwickelt," erklärt Dr. Jürgen Oldigs-Kerber, Leiter des Projekts bei Aventis in Deutschland.

 

Information Management, E-Commerce, DV-Projektleitung

Die Bayer AG stellt neue Werkstoffe für die IT zur Verfügung. So hat sich Polycarbonat als Rohstoff für CDs und DVDs durchgesetzt. Das Polycarbonat von Bayer prägt die Produktion dieser modernen Speichermedien. Dabei wird der Polycarbonat-Verbrauch im Bereich der Datenträger in den kommenden Jahren deutlich zulegen, ist der Konzern überzeugt. Denn Produktweiterentwicklungen werden noch höhere Speicherkapazitäten der Scheiben ermöglichen.
Doch nicht nur bei Produktentwicklung für die IT, sondern auch in der IT selbst ist Bayer aktiv. So stehen Projekte für das Information Management im Unternehmen an. Dafür sind Skills von Business Consultants nötig. Informatiker zur Planung und Realisierung sowie zum Betrieb von E-Commerce-Lösungen mit fundierten Kenntnissen in Technologien wie Domino, Siebel, EAI, Java und XML sind gesucht. Als ambitionierte Projekte stehen der Aufbau von Chemie-Portalen und B-to-B-Lösungen an. Die Bayer Group Data Center ScaleOn GmbH, eine 100 Prozentige Tochter von Bayer, stellt und betreibt in diversen europäischen Ländern Rechenzentren mit Host-Systemen (IMS, TSO) und Server für die E-Mail- und die SAP-Systeme. Für die Planung und den Ausbau der Rechnerinfrastruktur sucht Bayer DV-Projektleiter mit fundierten SAP, UNIX (AIX, HP-UX)-Kenntnissen.

 

Optische Archivierung

Projekte im Gesundheitsmarkt erfordern für IT-Fachkräfte oftmals besonderes Spezialwissen. Dazu gehört beispielsweise neben Branchen-Know-how über Krankenhaus-Informations- und Radiologiesysteme auch professionelle Kenntnis über Datenspeicherung. Über Trends können Entwicklungslabors Impulse geben. Das Institut für Telematik etwa beschäftigt sich mit einem Projekt, bei dem ein Datenbanksystem für optische Archivierung entwickelt wird. Diese Entwicklung kann auch über den Gesundheitssektor hinaus Einsatz finden. Der Zugriff auf die Daten und Bilder, die in der Datenbank gespeichert sind, soll über einen WWW-Browser und ein Netzwerk erfolgen. Dadurch sollen die Bilder und Daten unabhängig von Viewing-Stations verfügbar gemacht werden. Die Einrichtung in Trier ist nur eine von vielen, in denen weitere Projekte laufen wie Patienten-Informationsdienste oder auch die Vernetzung telemedizinischer Dienste.