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MAGAZIN
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| WIRTSCHAFT - ALLGEMEIN | ||
| Die Stimmung ist leicht besser | ||
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Die meisten Wirtschaftsexperten gehen von einer deutlichen Wachstumserholung
im Laufe dieses Jahres aus. Viele Prognosen liegen dabei über dem
Wert von 0,75 Prozent realem Wachstum, den die Bundesregierung nennt.
Allerdings erwartet im ersten Halbjahr 2002 wohl kaum jemand eine "sprunghafte
Aufwärtsentwicklung".
Besseres Wirtschaftsklima innerhalb der nächsten zwölf Monate Unternehmen in Europa machen endlich Ernst mit dem wirtschaftlichen Aufschwung. Sie investieren wieder in IT mit der strategischen Absicht, eine erfolgreiche Positionierung im Wettbewerb von morgen zu erreichen. Zumindest sind das Marktforschungsunternehmen International Data Corporation (IDC) und Microsoft (Europe, Middle East and Africa) zu diesen Ergebnisse in einer Studie über den europäischen IT-Markt gekommen. Von 550 Chief Executive Officers (CEOs), Chief Financial Officers (CFOs), Chief Information Officers (CIOs), Senior Sales und Senior Marketing Manager wollen über 80 Prozent ihre IT-Ausgaben zumindest auf gleichem Niveau halten. Gut 40 Prozent nehmen nach eigenen Angaben für den IT-Bereich sogar mehr Geld in die Hand als noch vor einem Jahr. Auch für Freiberufler deuten sich interessante Projekte an. Investiert wird besonders in die Optimierung von Prozessen. Ein Stichwort lautet dabei "Collaboration-Lösungen", um die Zusammenarbeit zu verbessern, ein anderes "Lösungen zur Integration bestehender Infrastrukturen". Die IT-Entscheider setzen auf den wichtigsten Wachstumsfaktor "Konjunktur". Zugleich bewerten sie das wirtschaftliche Gesamtumfeld ebenfalls hoch. Immerhin geht jeder zweite von ihnen von einer Verbesserung des Wirtschaftsklimas innerhalb der nächsten zwölf Monate aus. Mehr Befragte aus der Top-Etage als noch im Jahr 2001 sehen die Informationstechnologien wieder als einen zentralen Impulsgeber für das Wachstum an. In fast einem Viertel der Antworten nimmt "Technologie" in den nächsten zwei Jahren erneut den ersten Platz bei den Wachstumsfaktoren ein und verdrängt "Wirtschaft" auf Rang zwei. Zur Umsetzung sind Experten mit Skills aus dem IT-Kernsegment gefragt. Das Projektvolumen wird sich zugunsten von IT-Professionals und ungünstiger für "Strategische Konzeptionierer" aus Unternehmensberatungen entwickeln. Dazu passt die mittelfristig optimistische Aussage von Forrester Research. Nach in einer aktuellen Studie wollen zwei Drittel aller Unternehmen in Europa ihre IT-Ausgaben in diesem Jahr beibehalten oder reduzieren. Für die kommenden drei Jahre jedoch erwarten sie ein Wachstum ihrer durchschnittlichen Jahresbudgets von 13 Prozent. Die Unternehmen planen, den jahrelangen Wildwuchs von Systemen und Anwendungen unterschiedlichster Anbieter zu beseitigen. Ähnlich "mittelfristig optimistisch" äußert sich der des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM). Gut die Hälfte der deutschen Unternehmen aus der Informations- und Kommunikationswirtschaft rechnen nach Einschätzung des BITKOM. mit steigenden Umsätzen im Jahr 2002. Allerdings zeigen über ein Viertel Pessimismus bei der Marktentwicklung. Der deutsche IT-Markt soll in diesem Jahr voraussichtlich einstellig auf ein Volumen von etwa 140 Milliarden Euro wachsen.
Wirtschaftsforscher sehen Hoffnungsschimmer Auch von renommierten Instituten für Wirtschaftsforschung kommt ein wirtschaftspolitischer Hoffnungsschimmer. Zu nennen sind etwa die Ergebnisse des ifo-Konjunkturtests im Mai 2002 zur Lage und zu Erwartungen für die nächsten sechs Monate. Danach habe sich die Stimmung in der Weltwirtschaft verbessert, sie sei sogar "so gut wie seit mehr als einem Jahr nicht mehr", sagte Hans-Werner Sinn, Chef des ifo Institutes für Wirtschaftsforschung. Im April sei der Indikator für das Weltwirtschaftsklima zum zweiten Mal in Folge nach oben gesprungen, teilte das Münchner Institut mit. "Auch wenn die Dynamik in Westeuropa etwas hinter dem Weltdurchschnitt zurückbleibt, so ist die Erholung im Ganzen doch beachtlich", so ifo-Chef Sinn. "Die Weltwirtschaft steht vor einem Aufschwung". So beurteilt das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung in Essen die Lage der Weltwirtschaft und der deutschen Wirtschaft im Frühjahr 2002. In den USA hat sich die Konjunktur früher belebt als von den Instituten noch im Herbst 2001 erwartet. In Westeuropa war der Anstieg der Produktion zu Jahresbeginn zwar verhalten, das Verbrauchervertrauen wie auch das Geschäftsklima haben sich aber deutlich verbessert. Zudem strahlen die besseren Erwartungen in den USA und in Europa auch auf Deutschland positiv auf die Investitionen der Unternehmen aus.
Nachfrage bei unternehmensbezogenen Dienstleistungen Selbst die öffentliche Hand wagt sich an handfeste Prognosen heran. Gerade die in jüngster Vergangenheit arg gebeutelte Bundesanstalt für Arbeit signalisiert langfristig besonders für die IT-Branche Hoffnung. Die meisten neuen Arbeitsplätze werden nach einer aktuellen Studie nämlich bei unternehmensbezogenen Dienstleistungen entstehen: In Softwarehäusern, der Beratung zur Installation von Computern und Servern, bei Datenverarbeitungs-Diensten sowie verschiedenen Beratungsdienstleistern. Dort dürften den Arbeitsmarktexperten zufolge bis 2015 rund zwei Millionen Menschen mehr beschäftigt sein als heute. Allerdings nur, wenn die nötigen Qualifikationen am Markt vorhanden sind. Hieran bestehen nach wie vor Zweifel.
Skeptische Stimmen zum Aufschwung Skeptischer beurteilt den Aufschwung das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Nach Meinung der Experten aus Berlin seien trotz einer merklichen Besserung der Wirtschaftslage in den nächsten Monaten noch keine "sprunghafte Aufwärtsentwicklung" zu erwarten. Laut dem Berliner Institut werde das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal des Jahres um gut 0,5 Prozent wachsen. Zugleich sei eine merkliche Beschleunigung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung zu erwarten. Auf eine sprunghafte Aufwärtsentwicklung, heißt es, ließen die Indikatoren jedoch noch nicht schließen. Auf Prognoserisiken weisen das Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung ebenso wie die deutschen wirtschaftswissenschaftlichen Forschungsinstitute hin. Einen Unsicherheitsfaktor bildet beispielsweise die Konjunktur in den USA. Dort könnte die Expansion schwächer ausfallen als prognostiziert. Auch könnte ein unerwartet hoher Ölpreis die Konjunktur belasten. Andererseits sei jedoch nicht auszuschließen, dass das Aufschwungtempo unterschätzt werde. Angesichts der verbesserten Geschäftserwartungen der Unternehmen könnte die konjunkturelle Dynamik in den kommenden Monaten durchaus noch kräftiger ausfallen als von den Instituten prognostiziert. |