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  WIRTSCHAFT - ALLGEMEIN
     
    Budgets für IT-Freiberufler stehen bereit
   

Gute Nachrichten für IT-Freiberufler brachte eine brandaktuelle Umfrage der deutschen Organisation der Guide Shared Europe (GSE, www.gsenet.de). DV-Chefs aus dem IBM-Großrechnerbereich bekräftigten Mitte Juni 2002 den Einsatz von Freiberuflern und benannten ihre Budgets.

Beratung ist Top-Thema im kommenden Jahr

Immer wieder überschatten den Freiberuflermarkt Meldungen von Projekten, die auf unbestimmte Zeit verschoben sind oder über externe Mitarbeiter, die in großer Zahl freigestellt werden. Tatsächlich ist das Volumen der Projekte im Jahr 2002 zurückgegangen.

Der Boom durch die Jahr-2000-Umstellung oder den Euro ist vorbei. Nach wie vor sehen IT-Chefs in Freiberuflern jedoch eine notwendige Ergänzung ihrer internen Ressourcen. Diese Ergebnisse erbrachte eine Umfrage der deutschen Organisation der Guide Shared Europe bei über 300 IT-Managern.

Danach nennen IT-Chefs als Themen, für die im kommenden Jahr Freiberufler eingesetzt würden, vor allem Beratung, danach Schulung und Softwareentwicklung. Der starke Beratungsakzent beleuchtet zugleich die notwendigen Skills. Dazu gehören kommunikative Fähigkeiten, aber auch Kenntnisse über moderne Systeme und Technologien wie EAI, CRM oder auch E-Business. Kaum Bedarf haben die IT-Abteilungen an Hardwareentwicklern, Dokumentationskräften und Administratoren sowie Supportern. Hier kommen wahrscheinlich die festen Mitarbeiter zum Einsatz, die durch manche eingestellten Projekte freie Kapazitäten aufweisen.

 

Wichtige Projekte im nächsten Jahr

Bei den wichtigsten Projekten im nächsten Jahr steht für IT-Manager laut GSE-Umfrage Customer Relationship Management (CRM) obenan. Frühere Marktbefragungen ergaben, dass nur etwa ein Zehntel der Unternehmen eine CRM-Lösung eingeführt hat. Knapp die Hälfte befindet sich derzeit in der Planungsphase. Hierzu zählen besonders Großunternehmen mit mehr als 1000 Beschäftigten. Allerdings sind CRM-Module bisher meist nur als Insellösungen in Unternehmen vorhanden. In den nächsten beiden Jahre werden Anwender diese Inseln jedoch integrieren. Dabei stellen CRM-Aktivitäten keine üblichen IT-Projekte dar. Diese Initiativen bedeuten eine Transformation, die Menschen, Prozesse und Technologie beinhaltet.

Nach Aussagen der IT-Chefs in der GSE-Befragung stellen weiterhin wichtige IT-Aufgaben dar: IT-Security mit Aspekten wie Angriffserkennung und Schwachstellenanalyse-Services sowie Konsolidierung von Server oder Rechenzentren mit dem Ziel, Betriebskosten zu reduzieren.

 

Freiberufler-Anzahl und ihre Schlüsselqualifikationen

Trotz schwerer Zeiten für IT-Dienstleister wird sich künftig das Verhältnis von Freiberuflern zu Festangestellten nicht negativ verändern. Nach wie vor hat nämlich über die Hälfte der befragten IT-Manager etwa zehn Prozent Freiberufler eingeplant. Bei 17 Prozent von ihnen setzt sich die IT-Mannschaft sogar zu einem Fünftel und bei 14 Prozent zu einem Drittel aus Freiberuflern zusammen.

Zu den Schlüsselqualifikationen, um in Projekte zu kommen, zählen unbestritten die richtigen Skills ebenso wie Projekterfahrungen. Am aussagekräftigsten können diese Freiberufler durch Referenzen belegen. Den Ausschlag geben nach Ansicht der IT-Chefs ebenfalls Persönlichkeit, Umgangsformen, Teamfähigkeit und nicht zuletzt Zuverlässigkeit.

 

Budgets für IT-Freiberufler

Die GSE-Umfrage nahm auch die Höhe der Budgets für freiberufliche IT-Spezialisten in 2002 und 2003 unter die Lupe. Genau 45 IT-Manager nannten ihre Finanzwerte. Zusammengenommen repräsentieren sie ein Volumen von 41 Millionen Euro, die in diesem Jahr für den Einsatz von externen IT-Experten bereitstehen. Dabei reicht die Bandbreite bei den Unternehmen von 50000 bis sechs Millionen Euro. Der Ausblick auf das kommende Jahr bei der Budgetaufteilung gibt Hoffnung. Hier verändert sich das Budget nämlich nur um zwei Prozent nach unten. Bei diesem geringen Rückgang ist die Ausgabenhöhe als unverändert zu betrachten.

Offensichtlich sind nicht wenige Unternehmen also auch weiterhin bereit, große Summen für die Projektarbeit von Freiberuflern zur Verfügung zu stellen. Gefragt wurde nach dem Abteil des Budgets, der für Freiberufler vorgesehen ist. GSE gegenüber gaben 58 Prozent der Befragten an, dass der Anteil kleiner als 10 Prozent ausfällt. Immerhin vermerkten 12 Prozent, ihr Anteil für Freiberufler betrage etwa ein Drittel der gesamt verfügbaren Mittel.

Wie realistisch diese Ergebnisse zu werten sind, lässt sich an der Mitgliederstruktur der GSE ermessen. Die europäische Benutzervereinigung ist der Verband von über 1500 Unternehmen, die IBM-Systeme sowie -Produkte einsetzen. Sie besteht bereits mehr als 35 Jahre. In Deutschland sind gut 600 der bedeutendsten DV-Anwender Mitglied. Dazu zählen große Versicherungen und Bankinstitute ebenso wie führende Automobilhersteller und Behörden.