|
MAGAZIN
|
||
| WIRTSCHAFT - ALLGEMEIN | ||
| IT-Branche im Wechselbad der Gefühle | ||
|
Mitte Januar 2002 berichtete profi4project.com über "Hoffnungsschimmer:
Im Jahr 2002 geht es wieder aufwärts". Seitdem erlebt die IT-Branche
ein Wechselbad der Gefühle. Immer wieder durchbrechen einzelne Umfrage-Ergebnisse
wie Lichtstahlen das düstere Wirtschaftsbild. Hierzu zählt,
dass Beratungs- und Implementierungsleistungen weiter gefragt sein werden.
Ebenso scheinen erhebliche Potenziale für Projektvorhaben im Internet-
und Telekommunikationsfeld zu bestehen.
European Information Technology Observatory (EITO) mit motivierenden Impulsen Ob jüngste Ergebnisse zu einem Aufatmen reichen, ist unklar. Dennoch
gibt eine aktuelle Studie des European Information Technology Observatory
(EITO) motivierende Impulse: Die IT-Umsätze im westeuropäischen
Markt für Informationstechnik und Telekommunikation sind demnach
im vergangenen Jahr um 5,1 Prozent auf 643 Milliarden € gestiegen.
Für 2002 rechnen die EITO-Experten mit einem Wachstum des europäischen
Markts um 5,4 Prozent auf einen Wert von 678 Milliarden €. Den Markt
antreiben sollen vor allem Software-Produkte, IT-Dienstleistungen und
Mobilfunkdienste.
Informationstechnik wird Dienstleistungsbranche Als Ende 2001 weltweit mehr als 150 IT-Procurement-Manager nach ihren
Prioritäten für das Jahr 2002 befragt wurden, zeigte sich ein
Trend zu Service und Sicherheit. Knapp die Hälfte der Teilnehmer
wollen demnach Content- und Dokumenten-Management-Software, 43,7 Prozent
Web-Analyse-Werkzeuge und 42,6 Prozent Software für Kundendienst
und -unterstützung anschaffen. Im Infrastrukturbereich herrschten
Security-Gateways und Services mit 55,3 Prozent vor. Ihnen folgten von
Netz- und System-Management (55,2 Prozent) sowie Backup und Recovery (50,5
Prozent).
Beratungsfeld IT-Beratung/IT-Services im Minus Doch zunächst sei die Nachfrage nach IT-Beratungsprojekten merklich zurückgegangen, wie der deutsche Branchenverband der Unternehmensberater konstatieren muss. Der Bundesverband Deut-scher Unternehmensberater BDU e.V. sieht nämlich, dass statt dessen Strategie- und Reorganisati-onsprojekte zugenommen haben. Verdeutlicht wird diese Entwicklung durch das Wachstum der einzelnen Beratungsfelder. Während die Organisationsberatung im Vergleich zum Vorjahr um 17,8 Prozent und die Strategieberatung um 11,5 Prozent zulegte, musste das Beratungsfeld IT-Beratung/IT-Services ein Minus von 5,7 Prozent hinnehmen. Unternehmen hätten ihre Investitio-nen in innovative Projekte zu Gunsten von kostenreduzierenden Sofortmaßnahmen aufgeschoben oder storniert.
Fortschrittsbericht "Informationsgesellschaft Deutschland" Einen Lichtblick gewähren die Ergebnisse des Fortschrittsberichts
"Informationsgesellschaft Deutschland". In diesem Bericht zieht
die Bundesregierung eine erste Bilanz des Aktionspro-gramms "Innovation
und Arbeitsplätze in der Informationsgesellschaft des 21. Jahrhunderts",
das im September 1999 startete. Lob zollte etwa der IT-Banchenverband
BITKOM insbesondere dem Engagement der Bundesregierung für den Zugang
aller Bevölkerungsschichten zu den neuen Me-dien: Ihr Ziel, wichtige
Impulse für eine stärkere und breitere Nutzung der Informations-
und Kommunikationstechnik zu geben, habe die Bundesregierung erreicht.
Software und Service mit durchschnittlichem Wachstum Gedämpften Optimismus legt die Management- und Technologieberatung Diebold in ihrer aktuel-len Trendanalyse für den deutschen Software- und IT-Service-Markt an den Tag. Software- und Service werde in diesem Jahr ein durchschnittliches Wachstum von acht Prozent erreichen. Dies entspricht einem Marktvolumen von 34,2 Milliarden Euro. Verglichen mit dem Vorjahr bedeutet dies eine Steigerung um 0,9 Prozentpunkte. Aufgesplittet in die einzelnen Segmente des Marktes, ergibt sich folgendes Bild: Software-Produkte wie etwa Systemsoftware und Standardapplikationen werden um 8,3 Prozent wachsen, also 15,3 Milliarden Euro. Auf Platz zwei rangieren Software-Projekte wie IT-Consulting und Entwicklungsprojekte mit 8,2 Prozent (10,08 Milliarden Euro). IT-Services wie Outsourcing, IT-Training oder Equipment-Services haben im Vergleich zum Vorjahr das höchste Wachstumspotenzial. Waren es 2001 noch 5,3 Prozent, sind für das laufende Jahr 7,3 Prozent (8,83 Milliarden Euro) möglich.
48 Prozent: Wirtschaftslage bessert sich in sechs bis zwölf Monaten Wie zwiespältig Wirtschaftsprotagonisten die Perspektiven interpretieren,
zeigt eine Untersuchung des Wirtschaftsprüfungsunternehmens Ernst
& Young. Danach beurteilen Investoren die Chance für einen baldigen
Aufschwung der Wirtschaft zurückhaltender als Unternehmer. Während
die Mehrheit der Geldgeber den Beginn des Aufschwungs erst für das
Jahr 2003 erwartet, sind die Un-ternehmer optimistischer. Immerhin glauben
48 Prozent, dass die Wirtschaftslage sich schon in sechs bis zwölf
Monaten bessere. Die 450 befragten europäischen High-Tech-Unternehmen,
Ven-ture Capitalisten, Investment-Banker und Investoren sind sich jedoch
einig, dass der Aufschwung nicht später als Mitte 2003 einsetzen
wird. Allerdings wird auch eine Besserung der Wirtschaftsla-ge noch in
den kommenden sechs Monaten nahezu ausgeschlossen - nur sechs Prozent
hegen diese Erwartung. |